Düngen: Brennnesseljauche wird vorbereitet.
Garten

Düngen im Biogarten

Gerade jetzt, wo die jungen Pflanzen im Boden sind, spielt das Düngen wieder eine besondere Rolle. Schließlich soll das Gemüse, Obst und natürlich auch die Blumen vernünftig wachsen. Und die dafür benötigten Nährstoffe kommen aus dem Boden.

Anders als in der freien Wildbahn verliert der Boden im Garten über das Jahr viele Nährstoffe, da er intensiver genutzt wird. Außerdem werden seine Nährstoffe durch Niederschlag in tiefere Bodenschichten ausgewaschen. Als Gärtner müssen wir dem Boden also wieder Nährstoffe zufügen. Und wie bei der menschlichen Ernährung kommt es auch hier auf die Qualität an.

Düngen: Komposthaufen als Humuslieferant
Küchenabfälle und Rasenschnitt auf unserem Komposthaufen

Wir verzichten auf Kunstdünger.

Ich beginne mal mit dem, was wir nicht machen: Kunstdünger ausbringen. Bevor wir den Garten übernommen haben, wurde hier neben etwas Kompost nur Blaukorn gestreut. Über die Jahre sind die Erträge immer magerer geworden. Pflanzen wachsen zwar zunächst etwas schneller mit Kunstdünger, aber das Gemüse ist dann auch weicher, anfälliger für Krankheiten und schmeckt nicht so intensiv. Schlimmer noch: Bringt man zu viel Kunstdünger in den Boden, führt das dort zum Nitratüberschuss. Von der Grundwasserbelastung mal ganz zu schweigen. Durch den Verzehr des Gemüses bilden sich im Körper Nitrite oder Nitrosamine, die im Verdacht stehen, Krebs zu erregen. So was braucht kein Mensch, zumal die Natur alles liefert, was gesunde Pflanzen brauchen.

Wir nutzen organischen Dünger.

Gründünger

Bevor wir überhaupt etwas angebaut haben, haben wir ein Jahr lang nur Gründünger in Form von Gelbsenf, Phacelia und Lupine gesät und in den Boden eingearbeitet. So konnte sich der Boden wieder erholen und Nährstoffe aus natürlichen Quellen tanken. Gründünger bringen wir auch jetzt noch immer dann aus, wenn ein Beet längere Zeit frei liegt. Meistens ist das im späten Sommer und frühen Herbst der Fall. Ist der Gründünger klein, könnt Ihr ihn einfach so mit dem Grubber in den Boden einarbeiten. Gerade Gelbsenf wächst einem manchmal im wahrsten Sinne des Wortes über den Kopf. Wir zerkleinern ihn dann und bringen ihn auf den Komposthaufen oder mulchen die Beete damit. In den Boden eingearbeiteter Gründünger wird dort zu Humus verarbeitet und liefert wertvollen Stickstoff, von dem gerade Starkzehrer richtig viel benötigen.

Typosche Gründünger: Gelbsenf und Phacelia
Unser Garten im Herbst: hinten blühender Gelbsenf, vorne Phacelia

Humus aus dem Komposthaufen

Dank Humus leben die Bakterien im Boden so richtig auf, und das Wasser wird besser in der Erde gehalten. Die Humusquelle schlechthin ist der Komposthaufen. Mit reifem und durchgesiebtem Kompost verbessert Ihr zusätzlich die Durchlüftung des Bodens. Früher haben wir den Kompost in den Boden eingearbeitet. Inzwischen bedecken wir die Beete damit. Dann wird den Regenwürmern nicht langweilig. Sie übernehmen den Job des Einarbeitens nämlich sehr gerne. Bei einem sandigen Boden wie unserem können ruhig 10 Liter pro Quadratmeter ausgebracht werden. Bei einem lehmhaltigen Boden reicht die Hälfte. Rasenschnitt, wenn er nicht Überhand nimmt, gehört unbedingt mit auf den Kompost, denn auch er liefert Stickstoff.

Düngen mit reifem, gesiebten Kompost
So sieht unser fein gesiebter Kompost aus.

Regelmäßig düngen mit Pflanzenjauche

Wir düngen außerdem in der Wachstumsperiode regelmäßig mit Brennnesseljauche. Sie liefert Stickstoff und Kalium, kostet nichts und ist leicht herzustellen. Regenwürmer laufen in Böden, die mit Pflanzenjauche gedüngt wurden, zur Höchstform auf. Die Pflanzen werden widerstandsfähiger gegen Schädlinge wie Raupen. Statt Brennnesseln könnt Ihr auch Giersch, Schachtelhalm, Löwenzahn oder Beinwell verwenden. Beinwell ist besonders reich an Kalium. Möhren, Erbsen, Knoblauch und Zwiebeln benötigen weniger Nährstoffe und mögen die Jauche darum nicht.  Ihnen genügt Kompost.

Und so stellt Ihr Eure eigene Jauche her:

Ihr füllt einen normalen 10-Liter-Eimer aus Kunststoff (Holz- oder Tongefäße gehen auch, Metall geht nicht) zu zwei Dritteln mit Brennnesselblättern. Am besten nehmt Ihr Blätter von Pflanzen, die noch nicht blühen. Dann füllt Ihr den Eimer bis fast zum Rand mit Regenwasser auf. Leitungswasser geht aber sicher auch. Stellt den Eimer offen zirka zwei Wochen in die Sonne. Oft wird geraten, täglich umzurühren. Aber das ist nach meiner Erfahrung nicht nötig. Selbst, wenn wir nichts weiter machen, fängt das Ganze nach ein bis zwei Wochen an zu sprudeln und zu schäumen und – ja – auch zu muffeln. Das gehört dazu. Ich finde den Geruch jetzt aber auch nicht so schlimm. Wenn sie nicht mehr schäumt, ist die Jauch fertig. Gießt sie jetzt durch ein Sieb in einen verschließbaren Behälter, ebenfalls aus Kunststoff, Ton oder Holz. Zum Düngen mischt Ihr die Jauche mit Wasser im Verhältnis 1:10. Bei jungen und empfindlichen Pflanzen ist 1:20 besser. Gießt dann den Wurzelbereich und nicht die Blätter. Es ist aber auch kein Drama, wenn die Blätter etwas abbekommen. Bei Tomaten könnt Ihr Brennnesseln übrigens gleich mit ins Pflanzloch geben.

Düngen mit Hornspänen und Steinmehl

Wir düngen außerdem mit Hornspänen. Sie bringen ebenfalls Stickstoff in den Boden.

Steinmehl im Boden fördert die Humusbildung und sichert eine langfristige Nährstoffversorgung des Bodens. Als dünne Schicht auf den Blättern schützt es die Pflanzen gegen Pilze und Schädlinge. Selbst Schnecken halten sich zurück, wenn Steinmehl im Spiel ist.

Organischer Volldünger

Zu Beginn des Gartenjahres, wenn wir noch keine Jauche haben, düngen wir neben den anderen oben genannten Düngern auch mit gekauftem organischen NPK-Dünger. Die Abkürzung steht für Stickstoff, Phosphor und Kalium. Solche Dünger bekommt Ihr in jedem gut sortierten Gartenfachmarkt.

Einer der besten Bodenverbesserer: Stallmist

Viele Gärtner schwören auf Stallmist. Zu recht! Reich an Nährstoffen, gilt er als einer der besten Bodenverbesserer. Wir nutzen ihn trotzdem nicht. Obwohl wir einen Sandboden haben, reicht unsere Düngung offensichtlich aus. Selbst Kohl wächst bei uns üppig. Aber meine Schwiegereltern lassen sich jeden Herbst Stallmist kommen und graben ihn dann ein. Ohne Frage wächst bei ihnen das Gemüse schneller als bei uns. Aber wie gesagt, so wie es bei uns wächst, reicht uns das vollkommen. Der Zusatznutzen ist mir nicht groß genug für die zusätzliche Arbeit. 

Habt Ihr noch weitere Tipps zum Düngen oder Fragen dazu? Ich freue mich auf Eure Kommentare.

Schreibe einen Kommentar

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht. Erforderliche Felder sind mit * markiert.

− 5 = 4