Schreibtisch mit Laptop, Samentütchen, Gartentagebuch, Notizen und Kaffee - so beginnt meine Gartennplanung.
Garten

Immer der Reihe nach: Unsere Gartenplanung fürs Gemüse

Salat, Porree, Kohlsorten und Buschbohnen auf einem Beet im sommerlichen Garten
Ein Teil unserer Gemüsebeete im vergangenen Sommer

Anfang Februar beginnt bei uns die Gartenplanung. Aber in diesem Jahr gehe ich das Thema systematischer an als sonst. Wir möchten unser Gemüse nämlich erstmals in Mischkultur anbauen. Und das geht beim besten Willen nicht planlos. Schließlich müssen sich alle Pflanzen gut mit ihren Nachbarn vertragen, besonders, da sie nun fast auf Tuchfühlung miteinander gehen. Dann ist da noch die Fruchtfolge, die man ohnehin bei der Gartenplanung berücksichtigen sollte. Das haben wir bislang immer eher grob gehandhabt. Auf einem Zettel hatte ich die Beete mit dem angebauten Gemüse eingezeichnet. Und so haben wir dann beetweise geschaut, dass auf Mittelzehrer Schwachzehrer und auf Starkzehrer Mittelzehrer folgten. In der Mischkultur stehen verschiedene Gemüsesorten nebeneinander. Die Gartenplanung wird damit etwas komplizierter, aber es lohnt sich. Ich will dazu an dieser Stelle noch nicht all zu weit ausholen, da ich dem Thema noch einen Extra-Beitrag widmen werde. Nämlich dann, wenn wir die einzelnen Beete planen.

Auch, wenn ich ein Freund von Papier und Stift bin, beginne ich unsere Gartenplanung ganz unromantisch am Computer mit einer Excel-Tabelle. Ich finde das sehr praktisch, weil ich sie beliebig verändern und erweitern kann und immer alles auf einem Blick sehen kann. Für mehr Übersichtlichkeit blende ich nach Bedarf Spalten und Zeilen aus und sehe dann nur das, was ich gerade brauche. Aber Papier kommt später noch zum Tragen. Versprochen!

Gartenplanung mit Fragen und Tabelle

Was wollen wir essen?

Das ist die erste und entscheidende Frage, wenn wir unseren Garten planen. Denn wozu machen wir uns sonst die Arbeit? Dazu tagt der Familienrat, und jeder zählt auf, was er an Selbstangebautem auf dem Teller sehen will. Sind die kulinarischen Wünsche vorgetragen, notiere ich diese in die Excel-Tabelle.

Welche Pflanzen, welches Saatgut haben wir?

Jetzt kommt quasi die Lagersichtung. Ich hole die kleine Kiste mit den Saatguttütchen hervor und sortiere gleich aus, was zu alt ist. Dann gehe ich im Kopf die Pflanzen durch, die wir im Garten bereits haben. Dafür gibt es zwei neue Spalten in der Tabelle. Das Gemüse, für das wir Saatgut und Pflanzen haben, wird gekennzeichnet, so dass ich danach auf einen Blick sehe, was ich dazukaufen muss und was von Familie und Freunden kommt. Für Blumen mache ich mir diese Mühe nicht. Wir haben einerseits viele mehrjährige Stauden, und andererseits gewinne ich jedes Jahr so viel Saatgut von Ringelblume und Co., dass ich mir darüber keine Gedanken machen muss. Außerdem muss ich bei den Blumen nicht so viel planen. Aber zurück zum Thema. Die Felder, die nicht markiert sind, sind wichtig für meine Einkaufsliste.

Wir beginnen unsere Gartenplanung mit einer großen Tabelle.
Ein Teil unseres tabellarischen Gartenplans für den großen Überblick

Was kaufe ich, was bekomme ich von Familie und Freunden?

Salat, Petersilie, Basilikum und Dill bekommen wir meist von meinen Eltern, Mais bislang von Freunden. In die nächste Spalte schreibe ich, woher wir welche Pflanzen oder welches Saatgut bekommen können. Aus dem, was wir weder haben noch von anderen Gärtnern bekommen, schreibe ich die Einkaufsliste. Dabei überlege ich auch, wie viel wir wovon brauchen und wieviel wovon lohnenswert ist. Eine große Rolle spielt, ob wir das betreffende Gemüse haltbar machen können. Von Kartoffeln können wir beispielsweise gar nicht genug haben, da Bio-Kartoffeln teuer sind, und wir unsere eigenen einmieten können. Wir möchten auch gerne viel Weißkohl haben, weil er super als Schmorkohl schmeckt und sich zudem zu köstlichem Sauerkraut fermentieren lässt. Von Zucchini dagegen genügen ein bis zwei Pflanzen. Dann haben wir mehr als genügend Früchte.

Wann kommt was in den Boden?

Das Wann ist mindestens genauso wichtig wie das Wie bei der Gartenplanung. Darum notiere ich in die nächste Spalte, wann ich was auf der Fensterbank vorziehe bzw. ins Freiland pflanze oder aussäe. Dabei greife ich auf meine eigenen Erfahrungen zurück, auf Gartenbücher und auf die Erfahrungen anderer Gärtner. Diese Informationen schreibe ich dann zusätzlich noch per Hand – endlich kommt das Papier ins Spiel – in mein geliebtes Gartentagebuch. Denn das nehme ich dann mit auf meine Streifzüge durch den Garten.

Wer mit wem?

Wie die Menschen, verstehen sich auch Pflanzen nicht mit jedem gut. Das zu berücksichtigen, ist bei der Planung der Mischkultur umso wichtiger. Setzt Ihr hier die Falschen nebeneinander in die Reihe, beispielsweise Zwiebeln mit Bohnen, kann sich weder die eine noch die andere richtig entfalten. Schlechte Nachbarn greifen auf die gleichen Nährstoffe zu, benötigen gleich viel Platz für die Wurzeln, locken Insekten an, die dem anderen schaden oder haben einen unterschiedlichen Wasserbedarf. Ich notiere darum in die nächste Spalte, mit wem ich welches Gemüse am besten mischen kann.

Wer nach wem?

In die letzte Spalte schreibe ich noch, ob das Gemüse Stark-, Mittel- oder Schwachzehrer ist. Das muss ich wissen, damit ich Pflanzen an die richtige Stelle säe oder pflanze. Wo letztes Jahr Starkzehrer wie Kartoffeln standen, setzen wir jetzt Schwachzehrer wie Mangold, Erbse, Radieschen und Buschbohne. Nach der vierjährigen Fruchtfolge sollte dort in diesem Jahr Gründünger wachsen, aber gerade bei den Kartoffeln ist mir das zu viel ungenutzte Fläche. Außerdem wächst dort seit September Gelbsenf. Bislang hat ein halbes Jahr immer gereicht. Was am Ende wo genau steht, legen wir dann später mit dem Beetplan fest, den wir aufs Papier zeichnen.

Borretsch im Gegenlicht
Borretsch verträgt sich unter anderem mit Bohnen gut.

So ausgerüstet, bestelle ich jetzt erst einmal Saatgut. Mit dem Vorziehen beginnen wir frühestens Ende Februar. Den Anfang machen Paprika und Chili. Der Rest folgt dann peu à peu ab Mitte März. Von Haus aus ungeduldig, habe ich früher immer viel zu früh mit der Aussaat begonnen. Das Ende vom Lied waren dann vergeilte Pflänzchen, die überhaupt nicht lebensfähig waren. Oder die Pflanzen waren bereit zum Auspflanzen, wenn die Witterung das noch lange nicht zuließ. Frühestens Mitte April, je nach Witterung, kommen bei uns die ersten Pflanzen oder Samen ins Freiland. Es ist also noch viel Zeit.

6 Kommentare

  • Alex

    Hallo Anke,

    jetzt bin ich endlich mal dazu gekommen, mir deinen Blog etwas genauer anzusehen, nachdem ich schon deine inspirierenden Posts bei Instagram gesehen habe! Ein tolles Projekt hast du da (nicht nur das Blog, sondern auch euer Garten), mit schön geschriebenen und nützlichen Texten, ich werde immer wieder mal vorbeischauen. 🙂

    Ich wünsche Dir weiterhin viel Erfolg und vor allem Spaß damit!

    Viele Grüße
    Alex von Draussenlust.de

  • Jessica Radi

    Kopfsalat ist ein idealer Partner fur Zucker- und Markerbsen. Man setzt die Pflanzen bereits bei der Saat zwischen die Erbsenreihen. Mit dieser Methode lassen sich kleine Beete doppelt nutzen. Bevor es zu einer Konkurrenz um Licht, Wasser und Nahrstoffe kommt, sind die Salatkopfe namlich langst abgeerntet

    • Anke

      Liebe Jessica, danke für den Tipp. Die Erfahrung haben wir auch gemacht. Ich habe darum beide auch als gute Nachbarn in meiner Mischkultur-Tabelle aufgeführt. Es ist schon faszinierend, wie effizient man so Beete nutzen kann. Viele Grüße, Anke

  • Kira N.

    Vielen Dank für diesen Beitrag zur Gartenplanung. Interessant, dass ihr damit jedes Jahr Anfang Februar beginnt. Ich bin kürzlich umgezogen, habe nun zum ersten Mal einen Garten und wollte mich daher zur Gartenplanung informieren.

    • Anke

      Liebe Kira, ich freue mich, wenn Dir mein Beitrag hilft. Wenn Du neue Beete auf Rasen anlegen willst, empfehle ich Dir die No-dig-Methode. Wie das geht, erfährst Du hier auch. Bei uns hat das bestens geklappt. Liebe Grüße und viel Spaß im Garten! Anke

Eine Antwort schreiben

Deine E-Mail-Adresse wird nicht veröffentlicht.

91 − = 82