Großer Rhabarber vor Benjeshecke
Garten

Rhabarber teilen: Jetzt noch die Ruhephase nutzen

Rhabarber ist das erste Obst, das wir im Frühjahr ernten können. Und da ich den Geschmack von Rhabarber einfach wunderbar finde, kann ich es jedes Jahr kaum erwarten, bis er reif ist. Wer langfristig gut mit Rhabarber versorgt sein möchte, sollte ihn nach ein paar Jahren teilen.

Ist Rhabarber Obst oder Gemüse?

Gut, wer sich ein bisschen auskennt, wird schon nach dem ersten Satz die Hände über dem Kopf zusammengeschlagen haben: Rhabarber ist selbstverständlich rein botanisch gesehen ein Gemüse. Er gehört zu den Knöterichgewächsen. Da man ihn aber meistens süß isst, ist er für mich insgeheim Obst.

Das erste Grün bricht aus den Rhabarberknospen heraus.
Rhabarberknospen im Frühjahr

Rhabarber teilen: nach sieben bis zehn Jahren

Aber darum soll es hier auch gar nicht gehen. Hauptsache, man kann ihn essen. Und dafür sollte er auch kräftige Stängel haben. Nach sieben bis zehn Jahren ist es damit meistens aber vorbei. Die Pflanze bleibt ja an einem Platz stehen, und mit der Zeit werden die Stängel immer dünner, so wie bei uns im letzten Jahr.

zartes Rhabarbergrün
Das erste Rhabarber-Grün im vergangenen Frühjahr

Man kann ihn komplett umpflanzen oder teilen. Ich habe mich für Letzteres entschieden, weil eine umgepflanzte Pflanze zirka zwei Jahre Schonfrist bekommen sollte, bevor man von ihr erntet. Sie braucht nämlich jedes Blatt, um ordentlich wachsen zu können. Teilt Ihr den Rhabarber, könnt Ihr vorerst noch von der schwächeren Pflanze am alten Standort naschen, solange, bis die abgeteilte am neuen Standort schön kräftige Stängel hat. Eine gute Zeit zum Teilen ist unter anderem das ganz zeitige Frühjahr, also Ende Februar oder Anfang März. Der Rhabarber befindet sich dann noch in der Ruhephase.

rote Rhabarberknospe
Rhabarknospe im zeitigen Frühjahr

So teilt Ihr Euren Rhabarber:

  • Standort suchen: Wo soll Euer Rhabarber stehen? Ein guter Standort ist sonnig und bietet nährstoffreichen und humosen Boden. Halbschatten ist auch in Ordnung, vor allem auf Sandboden, wie bei uns. Der Rhabarber mag es nämlich feucht. Darum solltet Ihr in den Sandboden noch zusätzlich Laubhumus oder Laub mit einarbeiten. Damit kann der Boden besser Wasser speichern.
  • Ausreichend Platz lassen: Rhabarber braucht Platz. Ihr solltet ihm zirka 1,50 Meter im Quadrat gönnen.
  • Loch graben: Grabt ein gut 70 Zentimeter tiefes Loch und füllt es mit einer Mischung aus Gartenerde, Kompost (10 Liter) und Hornspänen (eine Handvoll).
  • Rhabarber abstechen: Das hier ist natürlich kein Lehrgang für angehende Berufskiller, sondern nur das Blog einer friedliebenden Gärtnerin. Ihr wisst, was ich meine: Der Rhabarber wird jetzt von der Mutterpflanze getrennt. Da er um diese Zeit meist mit Erde bedeckt ist, solltet Ihr vorsichtig die Erde wegstreichen, damit Ihr die Knospenschuppen erkennen könnt. Stecht dann mit dem Spaten um den abzuteilenden Bereich herum ins Erdreich, so tief, wie die Wurzeln liegen. Dann löst Ihr die Pflanze, in dem Ihr leicht schräg darunter stecht, und grabt sie aus.
  • Pflanze teilen: Jetzt teilt Ihr den ausgegrabenen Rhabarber in faustgroße Stücke mit je zwei Knospen. 
  • Pflanzenteile wässern: Bevor Ihr die Pflanzenteile am neuen Standort einpflanzt, wässert Ihr sie einen Tag lang. Die Wurzeln sollten sich schön mit Wasser vollsaugen können.
  • Pflanzenteile einsetzen: Den geteilten Rhabarber pflanzt Ihr so ein, dass die Knospen leicht über dem Boden liegen. Dann gießt Ihr alles gründlich an. Den Wurzelbereich solltet Ihr dann noch mulchen, damit der Boden feucht bleibt.
Junge Rhabarberpflanzen vor Benjeshecke
Kleine Rhabarberpflanzen im Frühjahr

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