Garten

Staudenschnitt: Herbst oder Frühjahr?

Trockene Gräser im Herbst

Stauden und Gräser schneiden: im Herbst oder im Frühjahr?

Alle Jahre wieder frage ich mich im Herbst, ob ich die Stauden und Gräser herunterschneiden oder bis zum Frühjahr stehen lassen soll. Und ebenfalls alle Jahre wieder entscheide ich mich für das Abschneiden. Dafür gibt es einige Gründe, die ich Euch hier nennen will. Eine gute Freundin von mir, ebenfalls Gärtnerin, sieht die Sache allerdings ganz anders. Sie lässt grundsätzlich alles bis zum Frühjahr stehen. Und auch dafür spricht einiges. Ein Patentrezept gibt es nicht. Jede Herangehensweise hat ihre Vor- und Nachteile, und jeder muss für sich entscheiden, was für ihn am besten passt.

Rückschnitt im Herbst

Wir schneiden Stauden und Gräser im Herbst, sofern sie nicht noch vor der Blüte stehen. So haben wir dann im Frühjahr mehr Zeit für die vielen anderen Arbeiten. Erfahrungsgemäß wissen wir ab März meistens gar nicht, wo wir beginnen sollen. Das Vorziehen ist noch in vollem Gange. Draußen bereiten wir die Beete vor. Einige Obstbäume und -sträucher benötigen einen Schnitt. Der Kompost wird umgesetzt. Und wenn man das alles nach der Arbeit macht, in unserem Fall nur am Wochenende, dann bleibt im Grunde keine Sekunde Zeit mehr für andere Arbeiten. Im Herbst dagegen hält sich die Gartenarbeit bei uns in Grenzen: Ernten, Beete leeren, Erdmiete vorbereiten und füllen, Laub harken, und das war es im Großen und Ganzen auch schon. Da kann man also auch noch locker Stauden und Gräser schneiden. Hinzu kommt, dass die Pflanzen durch die feuchte und kalte Witterung zusammenfallen, den Boden bedecken und dort vermodern. Durch einen Rückschnitt haben Schneeglöckchen, Krokusse und andere Frühblüher im Frühjahr ausreichend Platz und sind vor allem sichtbar. Pflanzen lassen sich zudem im Herbst besser schneiden, weil sie noch fest sind. Im Frühjahr hingegen sind sie matschig. Außerdem befinden sich die meisten in der Ruhephase und vertragen den Schnitt gut. Und nicht zuletzt müsst Ihr im Herbst nicht auf Neuaustriebe achten. Überwinterungsknospen dürfen aber natürlich nicht abgeschnitten werden. Ein herbstlicher Rückschnitt stärkt auch die Pflanzen und verhindert Infektionen gesunder Pflanzen mit Mehltau und Co, falls andere Pflanzen befallen sind. Damit sich Tiere in unserm Garten im Winter verstecken können, lassen wir Laubhaufen liegen und bedecken auch die abgeräumten Beete mit Laub. Insekten fühlen sich außerdem in unseren Benjes-, also Totholzhecken wohl. Und dann haben wir noch eine Wildecke im Garten, in der wir die Natur komplett sich selbst überlassen.  

Die Herbstastern stehen noch in voller Blüte

Das solltet Ihr beim Pflanzenschnitt im Herbst beachten

Damit der Frost der Pflanze nicht schaden kann, solltet Ihr ein paar Blätter oder Halme an der Pflanze lassen. Sie schützen außenstehende Triebe vor dem Erfrieren. Frostempfindliche Pflanzen solltet Ihr im Herbst gar nicht schneiden. Dazu gehören auch einige Gräser, wie Pampasgras. Bindet diese lieber zusammen und schneidet sie im Frühjahr. Andere Gräser wie Chinaschilf oder Federborstengras zeigen erst im Herbst ihre volle Schönheit. Die bleiben natürlich stehen.

Schnitt im Frühjahr

Meine Freundin argumentiert, im Frühjahr hätte sie genug Zeit für den Rückschnitt und im Herbst eher weniger. Hinzu kommt die Optik: Vertrocknete Stauden und Gräser schimmern in der Herbst- und Wintersonne schön golden. Mit Raureif bedeckt, sehen sie besonders bizarr aus. Der Garten wirkt zudem weniger kahl. Ihr geht es vor allem auch um die Tiere, die sich von den abgestorbenen Stauden und Gräsern ernähren. Fallen die Pflanzen zusammen, bieten sie zudem Überwinterungsschutz für Igel und Co. Unkräuter können außerdem schlechter wachsen. Der Boden wird vor Frost geschützt und ist im Frühjahr besonders fruchtbar. Der Frühlingsschnitt empfiehlt sich unbedingt für viele blühende Zierpflanzen. Nach einem Herbstschnitt könnten sie die Schnittwunden bis zum Frost nicht mehr verschließen. Damit würde der Frost in die Pflanzen eindringen und ihnen schaden. Neben Frost können auch Krankheitserreger eher in die Pflanzen eindringen.

Gräser und Stauden in unserer Wildecke

Ich hoffe, ich habe Euch damit die Entscheidung ein wenig erleichtert. Wann immer Ihr den Rückschnitt durchführt – für glatte, saubere Schnittflächen sind scharfe Gartenscheren wichtig. Wie Ihr diese schärft und reinigt, erfahrt Ihr ebenfalls in diesem Blog.

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